Hämangiom Typ II


Originalbefund: Wie vorbeschrieben zeigt sich in Segment V/VI eine echoreich-inhomogene, längsovale, scharf begrenzte Raumforderung von max. 43 mm im Querdurchmesser. Im Doppler ist eine randständige Perfusion nachweisbar. Nach Applikation von 2,5 ml SonoVue kommt es bereits bei 10 sec post injectionem zu einem randständigen Anfluten mit einem vollständigen Irisblenden-Phänomen. Die Läsion ist bereits bei 20 sec. post injectionem vollständig und homogen zum restlichen Lebergewebe mit Kontrastmittel gefüllt und nicht mehr von der Leber abgrenzbar. Bereits ab 30 sec. post injectionem kommt es zu einem wash-out. Die Läsion ist anschließend wieder gut von der Leber abgrenzbar. In der Parenchymphase keine weiteren Läsionen innerhalb der Leber zu erkennen.
Beurteilung: Bild eines High-Flow-Hämangioms


Kommentar: Hämangiome können Kontrastmittel von der früharteriellen Phase hin bis spät in die portalvenöse Phase anreichern. In typischen Hämangiomen kommt es zum randständigen Enhancement in der arteriellen Phase, das sich als sog. "Irisblendenphänomen" nach zentripetal vollständig ausbreitet. Das hier dargestellte High-Flow-Hämangiom reichert bereits in der früharteriellen Phase rasch an und hat einen raschen Abstrom. Atypische Hämangiome können aufgrund Einblutungen, Thrombosen oder nekrotischen Anteilen eine chaotische, u.U. nur periphere Kontrastmittelanreicherung aufweisen.
Untersuchung: Kontrastmittelsonographie | Split-Mode (B-Bild rechts)
Gerät: Philips iU22
Kontrastmittel: Sonovue
Phase: Arteriell und portalvenös
Lokalisation: rechter Leberlappen
Untersuchung: Kontrastmittelsonographie | Split-Mode (B-Bild rechts)
Gerät: Philips iU22
Kontrastmittel: Sonovue
Phase: Arteriell und portalvenös
Lokalisation: rechter Leberlappen

Hämangiom mit zentraler Kontrastmittelaussparung


Originalbefund: Leber: Leber mit normalem Parenchym ohne Zeichen einer Zirrhose. In Segment VI die vorbeschriebene Raumforderung, im B-Bild mit echoreichen und echoarmen Anteilen. Durchmesser 5cm. Nach Kontrastmittelgabe kommt es spätarteriell zu einem zirkulären Kontrastmittel-Anfluten, zentrales Zulaufen aber inkomplett, kein Auswaschen. Vom B-Bild und Kontrastmittel-Verhalten typisch für ein Hämangiom.


Kommentar: Der vorliegenden Befund wurde anhand zweiter Bildgebung und benignem Verlauf als Hämangiom bestätigt. Von radiologischer Seite weist der Befund vor allem Zeichen eines Hämangioms vom Typ II (arterielle Kontrastmittelanreicherung mit zentripetalem Zulaufen, Größe zwischen 2-5 cm), jedoch auch eine für Hämangiome vom Typ III typische zentrale Kontrastmittelaussparung (häufig entsprechend einer narbigen Umwandlung) auf.

Untersuchung: Kontrastmittelsonographie | Split-Mode (B-Bild rechts)
Gerät: Siemens Acuson S2000
Kontrastmittel: Sonovue
Phase: alle Phasen
Lokalisation: rechter Leberlappen

Riesenhämangiom (Typ III)


Originalbefund:
Mai 2009
Bereits im B-Bild sieht man eine riesige inhomogene, durch Septen unterteilte RF in Segment V der Leber, welche die Leberkontur bis weit in den Hilus überschreitet, die Pfortader und die unmittelbar prähepatische V.cava komprimiert (beide orthograd durchflossen). Außerdem Kontakt zum oberen re. Nierenpol, dieser ist allerdings gegen die RF atemverschieblich. Im FKDS innerhalb der RF kaum Gefäßsignale, höchstens im Randbereich der RF verstärkte Durchblutung, z.T. auch durch verdrängte Gefäße.
Nach Injektion eines KM-Verstärkers sieht man ein kräftiges Randenhancement, dann noduläres langsames, zentripetales Einfließen von Bubbles. Ein Großteil der RF bleibt allerdings völlig ausgespart, auch in der späten Parenchymphase wesentliche Teile echofrei, vom Zentrum ziehen dabei echofreie Areale in die Peripherie der RF. Der durchblutete Bereich bleibt bis in die Spätphase echoreich.

Juni 2013
Es darf auf die Voruntersuchung verwiesen werden. Die Größe der polyzyklischen mehrknotigen Raumforderung ist heute sonographisch mit 10.9 cm anzugeben. Das Perfusionsverhalten entspricht exakt derjenigen aus dem Jahr 2009, vereinbar mit einem überwiegend thrombosierten Hämangiom.

Kommentar: Aufgrund einer fraglichen Größenzunahme und der scheinbaren Kompression von Gefäßen konnten die letzten Zweifel an der Gutartigkeit der Raumforderung nicht ausgeräumt werden. Es erfolgte daher die operative Resektion.
Histologie: Resektat re. Leberlappen mit einem ausgedehnten kavernösen Hämangiom mit z. T. deutlichen regressiven Veränderungen mit Fibrose, frischer Nekrose und Pseudozystenbildung sowie auch mit mehreren kleinen Fibrinthromben, vom Leberresektionsrand 5 mm und mehr entfernt bleibend, somit vollständig im Gesunden erfasst. Kein Anhalt für Malignität.
Patho_Riesenhämangiom_B-Bild1
Patho_Riesenhämangiom_CT
Untersuchung: B-Bild
Gerät: Philips iU22
Lokalisation: rechter Leberlappen
CT mit iv. und enteralem Kontrastmittel
Arterielle Phase


Fokal noduläre Hyperplasie (FNH)


Originalbefund: Wie vorbekannt findet sich in Segment I eine Raumforderung von 44 mm im Durchmesser, die die Leberoberfläche vorwölbt und dadurch die Vena Cava Inferior einengt. Die Raumforderung erscheint zur Leber echogleich mit fraglich Halo. Im Farbdoppler deutliche Perfusion in der Raumforderung ohne eindeutig zuführendes Gefäß. Nach Applikation von 2,5 ml SonoVUE kommt es zu einem raschen Anfluten ab 12 sec post injectionem. Bereits bei 15 sec post injectionem. ist die Raumforderung vollständig kontrastiert und deutlich heller als die Leber abgrenzbar. Das Anfluten scheint über ein ventral liegendes Gefäß zu erfolgen, das Kontrastmittel verteilt sich Regenschirm-artig zentrifugal nach dorsal. Anschließend ist und bleibt die RF homogen zur Leber kontrastiert. Ein relevantes wash-out zeigt sich auch bis 5 min 30 sec post injectionem nicht.
Beurteilung: Bild einer arteriell perfundierten, gut speichernden Raumforderung in Lebersegment I, vom Aspekt her benigne, a. e. FNH


Kommentar: Das typische Bild der FNH beinhaltet ein rasches früharterielles Kontrastmittel-Enhancement über die zuführende zentrale Arterie mit anschließender Ausbreitung nach zentrifugal. Die Raumforderung ist dann spätarteriell bzw. in der frühen portalvenösen Phase meist vollständig kontrastiert und erscheint dann gleich zum umliegenden Lebergewebe. Die hier gezeigte Raumforderung wurde zum sicheren Malignomausschluss biopsiert und die Diagnose einer FNH auch referenzpathologisch gesichert.
Untersuchung: Kontrastmittelsonographie | Split-Mode (B-Bild rechts)
Gerät: Siemens Acuson S2000
Kontrastmittel: Sonovue
Phase: Arteriell und portalvenös
Lokalisation: rechter Leberlappen
Untersuchung: Kontrastmittelsonographie | Split-Mode (B-Bild rechts)
Gerät: Siemens Acuson S2000
Kontrastmittel: Sonovue
Phase: spätvenös
Lokalisation: rechter Leberlappen

Fokale Minderverfettung


Originalbefund: Innerhalb der echoreichen Leber zeigt sich an der Gallenblase ein echoarmes, landkartenartiges Areal, vereinbar mit Minderverfettung. Nach Applikation von 2,5 ml SonoVUE unauffällige Perfusion hier. In der Spätphase homogen kontrastierte Leber.
Beurteilung: Minderverfettung an der Gallenblase bei Fettleber in der Kontrastmittelsonographie


Kommentar: Bei der betreffenden Patientin war ein vermeintlich neu aufgetretenes echoarmes Areal nahe der Gallenblase (diese entspricht der ovalen scharf begrenzten Kontrastmittel-Aussparung im Video) festgestellt worden, der in der Computertomographie nicht abgegrenzt werden konnte. Ein halbes Jahr zuvor war ein kolorektales Karzinom in kurativer Absicht reseziert worden, so dass hier zum Malignom-Ausschluss die Kontrastmittelsonographie als zweite Methode herangezogen wurde.
Patho_Fokale_Minderverfettung-B-Bild1
Fokale Minderverfettung nahe der Gallenblase. Modus: B-Bild, Gerät: Siemens Acuson S2000, Blick auf den rechten Leberlappen



Kleiner chologener Leberabszess


Originalbefund: Schwierige Darstellbarkeit der Läsion im linken Leberlappen, die sich nur in tiefer Inspiration darstellen lässt. Es kommt zu einem arteriellen Anfluten des KM im Randbereich, zentral bleibt ein "3-blättriges Kleeblatt" KM-frei. Gesamtgröße ca. 2x3cm, vom sonographischen Bild nicht maligne imponierend, am ehesten V.a. kapselnahen Abszess.


Kommentar: Der Leberabszess zeigt sich in der Kontrastmittelsonographie ohne zentrale Anreicherung. Häufig lässt sich - verglichen mit dem umliegenden Lebergewebe - eine Mehranreicherung in den Randbereichen ("Halo") während der arteriellen Phase feststellen. Ein Wash-Out dieses Randbereichs kann für ein fokales Ödem sprechen und ist in diesem Fall kein Zeichen für Malignität - eine Eigenschaft, die die Abgrenzung gegenüber zentral nekrotischen Metastasen erschweren kann. Gelegentlich können sich auch anreichernde Septen zeigen


Großer Leberabszess


Originalbefund: Leber: Im rechten Leberlappen, zentral (Seg. V) direkt benachbarte, teils konfluierende inhomogene zystische Raumforderungen vom mindestens 6 cm Durchmesser mit kräftige Randdurchblutung. Nach Gabe eine KM-Verstärkers (Sonovue 2,5 ml plus Flush, Untersuchung 2 malig durchgeführt) rasches kräftiges Anfluten des KMs in den Septen, Demarkierung einer kräftigen Kapsel und grosser zystischer Anteile, die kein KM-aufnehmen. Kein eigentliches Auswaschen auch nach längerem Beobachten! Befund nicht eindeutig einzuordnen: a.e. vereinbar mit Echinococcus alveolaris, DD Abszess.


Kommentar: Diese Raumforderung kann kontrastmittelsonographisch mit hoher Sicherheit als gutartig eingeordnet werden. Die kräftigen Septierungen und die angedeutete Kapsel lenken den Verdacht möglicherweise in Richtung einer Echinokokkose. Gleichwohl blieb bei diesem Patienten die Echinokokken-Serologie negativ - in dem Abszesspunktat ließen sich schließlich Anaerobier (Bacteroides ovatus) nachweisen.
Großer Leberabszess mit Nachweis von Anaerobiern, B-Bild
Großer Leberabszess mit Nachweis von Anaerobiern
Untersuchung: B-Bild Sonographie mit Doppler
Blick auf den rechten Leberlappen
Untersuchung: Computertomographie
Phase: Arteriell